In diesem Werk verwandelt sich die Oberfläche in eine geologische Landschaft. Der Zement, mit Gesten aufgetragen und geformt, die sowohl Konstruktion als auch Verfall evozieren, erzeugt eine dichte, geschichtete Textur: übereinandergelegte Blöcke, horizontale Furchen, Reliefs, die je nach einfallendem Licht eigene Schatten werfen. Das Bild ist nicht gemalt, sondern errichtet, als hätte der Künstler einen Querschnitt durch eine Stadt freigelegt, um ihr verborgenes Gerüst sichtbar zu machen.
Die mineralischen Pigmente treten mit Sparsamkeit und Präzision hervor: Flecken von Kobaltblau und Andeutungen von Ockergelb tupfen das aschgraue Monochrom wie Fragmente des Lebens, die dem herrschenden Grau getrotzt haben. Ein schmales, in das zentrale Feld eingeritztes Rechteck deutet eine Schwelle an, eine vermauerte Tür oder ein lichtloses Fenster, um das herum sich die Materie verdichtet, als suche sie Schutz oder Erinnerung.
Die Komposition verbindet architektonische Strenge mit organischer Zufälligkeit. Der obere Bereich, glatter und gleichmäßiger, kontrastiert mit der mittleren und unteren Zone, wo das Relief unregelmäßiger und fragmentierter wird und die Vorstellung eines kontrollierten Zerfalls vermittelt, einer Ordnung, die sich langsam auflöst, ohne ihre Würde zu verlieren. Ein Werk, das man hört, nicht nur betrachtet.


